Michael Wolf 2

„ Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Johannesevangelium 12,15

Er hat es geschafft. Er ist ganz oben angekommen. Die Menschen jubeln ihm zu. Dieser Jesus soll ja sogar Tote wieder zum Leben erweckt haben.  Manche legen sogar ihre Mäntel und Umhänge auf die Straße. Sie rollen vor ihm den roten Teppich aus. Wer hätte das gedacht: Der kleine Wanderprediger aus der Provinz, aus Nazareth soll er stammen, unbedeutend. Ein paar Freunde hat er um sich geschart. Und nun sind sie tatsächlich bis nach Jerusalem gelangt. Und wie sie ihm zujubeln. Doch die Verantwortlichen sind besorgt: „Unruhen ausgerechnet zum Passahfest? Das können wir gar nicht gebrauchen. Denn prompt sind die Römer mit ihren Soldaten zur Stelle und sorgen mit Knüppeln und Schwertern für Ruhe und Ordnung. Es wäre nicht das erste Mal, dass es dabei Tote gibt. Vielleicht sollten wir ihn aus dem Weg räumen. Besser Einer, als Viele.“

Ein 16jähriges Mädchen schwänzt jeden Freitag die Schule. Sie sitzt vor dem schwedischen Parlament mit einem Schild: „Schulstreik für das Klima.“ Seit letztem Sommer geht das so. Vielleicht hat die Presse deshalb darüber berichtet. In der Politik war gerade wenig los. Alles geht seinen gewohnten Gang. Also ist das Mädchen mit seinem Schild ein Foto und eine Meldung, ja sogar einen kleinen Bericht im Fernsehen wert. Sie soll ja nicht ganz richtig im Kopf sein. Asperger Syndrom. Na ja, ein bisschen verrückt ist das schon, was sie da tut. Aber das geht bestimmt auch schnell wieder vorüber. Aber inzwischen haben sich hunderttausende Nachahmer gefunden. „Fridays for Future“, nennen sie ihre Bewegung. Und Greta Thunberg wird u.a. in Berlin empfangen, wie ein Popstar. Das hatte sie nicht kommen sehen und erst recht nicht geplant.

Die Kommentare der Politiker und mancher „Fachleute“ wirken inzwischen z.T.  regelrecht hilflos und vielleicht auch deshalb so bissig. Die Schüler sollten doch samstags demonstrieren. Stimmt: Und die Arbeiter sollten doch am besten in ihrer Freizeit streiken.

Greta Thunberg hat unsere Gleichgültigkeit und Tatenlosigkeit nicht mehr ausgehalten. Das ist ihre „Krankheit“ und ich denke, das verbindet sie mit dem Mann aus Nazareth. Auch der wollte nicht hinnehmen, wie Menschen, von Hass und Machtgier getrieben, einander das Leben zur Hölle machten. Es hat ihn ans Kreuz gebracht. Manche „Blogger“ würden mit Greta am liebsten das Gleiche tun.

Jedes Jahr gehen Menschen in der Karwoche symbolisch den Weg mit, den Jesus gegangen ist. Ich denke, wir können diesen Weg heute auch gehen, indem wir uns von der leidenschaftlichen Sorge dieses Mädchens inspirieren lassen. Lassen wir sie nicht allein für ihre Zukunft Sorge tragen, denn es ist auch die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Und Gnade uns Gott, wenn auch diese Sorge wieder am Kreuz endet.

Pfarrer Michael Wolf, Betten

An(ge)dacht

Palmsonntag

„ Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Johannesevangelium 12,15 Er hat es geschafft. Er ist ganz oben angekommen. Die Menschen jubeln ihm...

weiterlesen

Veranstaltungskalender

April 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30

Veranstaltungen

in Lebusa, Pöppelmann-Kirche

Orgelmesse
11.05.2019 ab 16:00 Uhr
mehr Informationen

in Herzberg, Stadtkirche

Festliches Chorkonzert
12.05.2019 ab 16:00 Uhr
mehr Informationen

Tageslosung

Karfreitag
„Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.“
Einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Sie helfen uns dabei, unsere Dienste besser anbieten zu können. Wenn Sie fortfahren, akzeptieren Sie, dass wir Cookies verwenden. Hier finden Sie weitere Informationen: Datenschutzerklaerung.

  

Hiermit akzeptiere ich die Cookies.